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Trauerfeier für Pastor Luke Pokawa (28. Dezember)

An Weihnachten ist einer unserer Pastoren verstorben. Luke Pokawa aus Warambei war im Dorf Pere an der Südküste eingesetzt. Als er am Sonntagmorgen (1. Weihnachtsfeiertag) auf dem Weg zur Kanzel war, ist er umgekippt und war tot. Er hinterlässt seine Frau und fünf, zum Teil noch ziemlich kleine Kinder.

Pastor Luke war in verschiedenen Gemeinden eingesetzt. Unter anderem war er der erste Pastor, der in der Provinz Madang in Josephstal gelebt und gearbeitet hat, damals noch ohne Familie. Er war maßgeblich an der Gründung der dortigen Gemeinde beteiligt, die weitab im Busch liegt. Wenige Pastoren sind willig, an solchen Orten treu zu dienen.

Heute war bei uns in Lugos die Trauerfeier. Viele Pastoren unseres Gemeindeverbandes waren hier, auch viele Familienangehörige und Gemeindeglieder von Pere.

Nach der Trauerfeier wurde der Sarg auf ein Boot geladen und nach einer ca. 20-minütigen Bootsfahrt noch etwa eine Stunde zum Friedhof im Heimatort getragen. Ich selbst bin zur Beerdigung nicht mitgegangen aber als der Pastor unserer Gemeinde hier in Lugos zurückkam, erzählte er mir von der Beerdigung. In Luke's Heimatdorf gibt es noch mindestens drei Pastoren, die aber alle nicht wirklich aktiv sind. Sie sitzen im Dorf und warten auf bessere Zeiten. Allerdings wurden sie durch den Tod ihres Kollegen wachgerüttelt und herausgefordert, ihr Leben nicht zu vergeuden, sondern in den Dienst Gottes zu stellen.

Bitte denkt im Gebet an die Familie von Pastor Luke und betet mit, dass die anderen Pastoren sich wieder neu von Gott gebrauchen lassen.

Weihnachten feiern (27. Dezember)

Weil wir über die Weihnachtstage unterwegs waren, haben wir heute zusammen Weihnachten gefeiert. Jochen und Nadine mit ihrem Baby kamen zu uns und Markus Mall, der gerade sowieso bei uns wohnt, hat auch mitgefeiert. Echt schön, als Freunde und Kollegen zusammen feiern zu können.

Kurz vor Weihnachten kamen noch ein paar Päckchen an, manche Geschenke haben wir schon in einer Kiste hergeschickt, als wir noch in Deutschland waren und Markus hat auch noch was mitgebracht - also kamen auch die Kids voll auf ihre Kosten :-)

Weihnachtsprogramm in Liuliu (24-26. Dezember)

Die Gemeinde in Liuliu auf der Insel Rambutjo hatte mich/uns zum Weihnachtsprogramm eingeladen. So dachte ich wenigstens. Genauer genommen war es wohl eher der Pastor der Nachbargemeinde, der uns eingeladen hatte, ohne das der Gemeinde in Liuliu klar zu kommunizieren. So standen wir dann am Heiligabend als ganze Familie auf einmal da. Ein Ehepaar hat uns - auch für sie überraschend - in ihrem Wohnzimmer schlafen lassen, mit der Bibelschulpraktikantin, die in Liuliu arbeitet, haben wir das Programm abgesprochen und so war unsere Anwesenheit zwar überraschend, aber nicht wirklich ein Problem. Eigentlich haben sich die Leute gefreut, es war nur irgendwie zeitlich ein bisschen ungeschickt. Ein Bruder des Gemeindeleiters war am Tag vor Heiligabend noch beigesetzt worden, und Beerdigungen sind hier immer etwas größere Angelegenheiten. Er hatte noch die gesamte Verwandtschaft da. Aber die Leute sind ja flexibel, und wir haben es auch gelernt, und so haben wir alles das Beste daraus gemacht.

Unsere Praktikantin hat am Heiligabend gepredigt (wir haben die Predigt dann später ausgewertet und über das Praktikum insgesamt gesprochen - sie kommt 2012 für ihr letztes Jahr zurück an die Bibelschule) und am 1. Weihnachtsfeiertag hab ich dann zweimal gepredigt.

Zwischendrin blieb Zeit, um am Strand zu sitzen, mit den Leuten zu reden, im Meer zu baden. Es war schön, dass wir mal wieder als Familie unterwegs sein konnten. Yvonne und den Kindern hat's gefallen und auch die Tatsache, dass es im gesamten Dorf keine Toilette gibt, haben wir überlebt.

Heute Morgen kamen dann Jochen Stern und Markus Mall (ein Freund von uns, der gerade zu Besuch hier ist), die in der Nachbargemeinde waren, zusammen mit dem Pastor von dort, der uns eingeladen hatte, und haben uns mit dem Boot wieder abgeholt. Am Morgen hatten Yvonne und die Kinder Gott noch gesagt, dass wir gerne Delfine sehen würden - und tatsächlich kamen auf unserer Rückfahrt ein paar vorbei geschwommen :-)

Arbeiten an der Musikhalle (20. Dezember)

An der Musikhalle, die zwischen unserem Haus und der Bibelschule liegt, gehen die Arbeiten in die Endphase. In den letzten Wochen war ein großer Brocken, die Halle innen und außen zu streichen. Bernd und Irmgard Mortsiefer sind hier und leiten die Arbeiten, Freiwillige (nicht nur die auf dem Bild rechts :-)), u.a. auch einige Gefängnisinsassen, haben auch immer wieder mitgeholfen.

Wir suchen immer noch eine fähige Person oder ein Ehepaar, das das Musikprogramm aufbauen und leiten kann. Neben musikalischen Fähigkeiten, müsste die Person unser geistliches Anliegen unterstützen und sowohl mit einheimischen Mitarbeitern als auch mit Kurzzeitmitarbeitern aus Deutschland oder evtl. auch anderen Ländern zusammen arbeiten können.

Bei Interesse, bitte bei der Liebenzeller Mission melden: Hartmut Wacker, Tel.: 07052/17-109 oder hartmut.wacker@liebenzell.org.

Hochzeit von Hilda & Mark (18. Dezember)

Hilda, eine ehemalige Bibelschülerin, hat heute geheiratet und wir waren eingeladen. Yvonne war nicht richtig fit, so bin ich mit Sterns zusammen nach Ndranou (auf den "Highway") gefahren.

Die wenigsten heiraten hier kirchlich. Oft gibt es Zeremonien im Dorf, durch die klar ist, dass Zwei zusammengehören. Wenn kirchlich geheiratet wird, ist vieles sehr sehr ähnlich wie in unserer westlichen Welt. Woran soll man sich auch orientieren, wenn es etwas in der eigenen Kultur so nicht gibt!?

Ich hatte den Eindruck, dass die Zwei sich über ihre Hochzeit richtig gefreut haben, zusammengehören wollen und darüber hinaus Gott in ihre Ehe einschließen wollen. Das freut mich. Ehen sind hier so angefochten wie in Deutschland auch und wir freuen uns über jedes Paar das gut und gerne miteinander lebt.

Das war's... (9. Dezember)

Heute war die letzte Prüfung meiner Kurse an der Uni in Port Moresby. Neben dem, was ich inhaltlich gelernt habe, half die Zeit auch mit, besser zu verstehen, was an Schulen und Universitäten im Land abgeht. Manches bleibt mir unverständlich. So hat z.B. ein Dozent am Di. Nachmittag bestätigt, dass die nächste Prüfung auf Mi. 9.00 Uhr angesetzt ist. Er kam am Mi. dann viertel nach elf. Da hatte nicht nur ich einen Hals, sondern auch meine einheimischen Mitstudenten. Gleichzeitig ist aber ein Grund dafür, dass viele Kinder in PNG nicht zur Schule gehen, die Unzuverlässigkeit der Lehrer (was die Lehrer selbst bestätigten). Wenn solche Muster aber an der Uni vorgelebt werden, dann braucht man sich nicht wundern, wenn sie sich auf die Schulen übertragen und letztlich die Schüler darunter leiden.

Als ich mich eben nach der Prüfung verabschiedet habe, fragte mich ein Dozent, ob ich nicht Lust hätte, an der Uni mit einzusteigen. Aber das lassen wir mal lieber. Ich bin an der Bibelschule auf Manus ganz gut aufgehoben :-)

Am Di. geht's zurück nach Manus. Ich freue mich schon, wieder mit Yvonne und den Kids zusammen zu sein!

In Port Moresby (4. Dezember)

Jochen und Nadine Stern sind heute mit ihrer kleinen Neline aus Deutschland zurück nach PNG gekommen. Sie waren ja zur Entbindung nach Deutschland geflogen. Schön, dass sie alle wieder gesund zurück sind. Ich habe sie in aller Früh heute am Flughafen abgeholt. Danach war ich zum Predigen in unserer Manus-Gemeinde hier in Port Moresby eingeteilt. John und Jan Taylor aus Kanada, die etwa zweimal im Jahr für Kurse auf Manus sind, sind auch gerade auf der Durchreise; David und Anette Jarsetz mit ihrem einheimischen Mitarbeiter Edwin, die gemeinsam in den Settlements von Port Moresby arbeiten, sind sowieso hier und so haben wir alle zusammen zu Mittag gegessen. Morgen fliegen Sterns weiter nach Manus und für mich beginnt die letzte Woche an der Uni. Außer Prüfungen läuft aber nicht mehr viel.

Parlamentssitzung (24. November)

Unsere Dozenten an der Uni haben uns heute Zeit gegeben, um Ausarbeitungen zu schreiben. Weil ich aber ganz gut im Rennen bin, hab ich mich dazu entschieden, an einer Parlamentssitzung teilzunehmen. Die politische Situation ist momentan sehr angespannt, weil es seit August eine neue Regierung gibt, deren Legitimität aber umstritten ist. Die alte Regierung akzeptiert die Übernahme nicht und betrachtet sich deshalb nicht als Opposition (deshalb sind die Plätze rechts alle leer!). In zwei Wochen ist die Sache vor dem Verfassungsgericht. In der Sitzung ging es heute um die staatseigenen Betriebe und den Missbrauch von Geldern in den letzten Jahren. Die neue Regierung hat sich vorgenommen, Korruption zu bekämpfen und Licht in dunkle Geschäfte zu bringen. Das wäre dringend nötig und würde dem Land sehr gut tun. Das Land ist reich, aber bei den einfachen Leuten kommt oft zu wenig von dem Reichtum an.

Graduierungsfeiern (19. November)

Heute war ein großer Tag für die Studenten der Bibelschule auf Manus: Graduierung! Das Schuljahr ist vorbei und für manche ist die Ausbildung abgeschlossen. Eine Familie und drei Singles werden in Zukunft als Pastoren bzw. als Gemeindediakonin eingesetzt. Eine Familie und ein junger Mann gehen ins Praktikum und für eine viel größere Zahl sind jetzt erstmal Ferien bis es Anfang Februar mit dem neuen Schuljahr weitergeht. Leider konnte ich nicht dabei sein, aber Yvonne und die Kids waren dabei und es war wohl ein richtig guter Tag.

Hier in Port Moresby war die Graduierungsfeier des Christian Leaders' Training College (CLTC). Die Zentrale ist im Hochland und ein Ableger hier in Port Moresby. Manchmal schicken wir unsere guten Leute nach CLTC, damit sie dort eine Fortbildung machen können. Auch unser aktueller Bibelschulleiter hat dort seinen Bachelor gemacht. Das Fernkursmeterial, das CLTC herausgibt, nutzen wir für unsere Praktikanten. So gibt es zahlreiche Querverbindungen und es war mir Wert, die Verantwortlichen von CLTC zu treffen und bei der Feier dabei zu sein. Wir leben hier von Beziehungen mit anderen Institutionen, d.h. vor allem mit den Leuten, die in den Institutionen Verantwortung tragen. Nach der Veranstaltunng saßen wir noch lange zusammen und haben über unsere Bibelschulen, die Zusammennarbeit und die aktuellen Herausforderungen geredet.

Schulbank drücken - tatsächlich! (10. November)

Diese Woche hat mein Unterricht an der Uni hier begonnen. Und zu meiner - poitiven - Überraschung finden alle drei Kurse, für die ich mich eingeschrieben hatte, tatsächlich statt. Als ich mich beim Koordinator der Kurse für seine Flexibilität bedanken wollte, meinte er: "Ich hab damit nichts zu tun, dass das für dich jetzt so hingehauen hat. Du bist halt ein Mitarbeiter vom Chef ganz oben, der hat das für dich geregelt!" Da hat er wohl recht :-)

Die anderen Studenten sind fast alles Lehrer an öffentlichen Schulen mit jahrelanger Erfahrung. Manche machen echt einen fitten Eindruck und ich bekomme einen Enblick, wie das Bildungssystem im Land funktioniert - und v.a. wo es hapert...

Geschockt hat mich der Zustand der Bibliothek. Ich gebe ja zu, dass ich ein kleiner Büchernarr bin, aber was hier an Büchern in der Bibliothek steht, ist sto etwas von veraltet, dass man sich fragt, wie die Wenigen, die in PNG überhaupt studieren können, sich angemessen auf spätere Aufgaben in Wirtschaft und Gesellschaft vorbereiten können. Mir tun die Studenten (und auch die Dozenten!) in dieser Hinsicht wirklich leid. Auch das ist Teil unseres Landes und spiegelt wahrscheinlich die Situation in vielen Entwicklungsländern wider.

 

 

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